
Längst hat der Klimawandel auch den Tourismus erreicht. Hitzewellen erschweren das Radfahren, der Wasserstand vor allem von unregulierten oder wenig regulierten Flüssen sinkt manchmal unter das befahrbare Maß, und Waldbrände sind nicht länger exotische Ereignisse in fernen Gegenden.
Andererseits verlängert sich in Europa die Radlersaison - März, April und Oktober sind mittlerweile gute und ziemlich sichere Reisemonate für Radler. Hier setzt nur das Veranstalterangebot Grenzen.
Wassermangel ist am Mittelmeer natürlich kein Thema. Am Rhein hingegen sieht man immer neue Bilder vom Niedrigwasser, hier machen sich die fehlenden Schleusen zwischen Iffezheim und niederländischer Grenze bemerkbar. Ebenfalls starken Wasserschwankungen unterliegen Weser, Elbe und Oder. An der Donau war eher das Hochwasser Mitte Juni häufiger das Problem, seit einigen Jahren gibt es aber auch hier Zeiten extremen Niedrigwassers, regional allerdings sehr unterschiedlich. Bayrische und österreichische Donau bis Wien sind gut reguliert, vor Bratislava befindet sich die die erste gefährliche Sandbank, bei Esztergom die zweite. Weiter flussabwärts wird der Fluss immer wieder nicht nur deutlich breiter, sondern auch flacher. Wenn natürlich aufgrund staatlicher Vereinbarungen Wasser zur Kühlung von Kraftwerken abgelassen wird, nützen auch dichte Schleusenanlagen nichts.

Mosel, Main und Maas sind hingegen gut mit Wasser versorgt und für die Schifffahrt gut reguliert.
Für die Flusskreuzfahrt bedeutet das, dass auch zukünftig von Juni bis Mitte August ein erhöhtes Risiko für extremes Niedrigwasser an Rhein, Oder und Donau besteht. Zusätzlich sollte man noch die Hochwassergefahr an der Donau Mitte Juni beachten. In den Niederlanden, an Mosel, Main und Maas hingegen kann man von weitgehend störungsfreier Reiseabwicklung ausgehen.
Der Horizont rückt näher
und was keiner weiß
jeder denkt ans Eine
doch dafür ist's zu heiß
Ideal 1981
Der Klimawandel bringt ungewohnt hohe Temperaturen nach Europa. Bei den Kroatienreisen gibt es schon länger ein "Sommerloch" für Rad & Schiffreisen im Juli/August, und bei der ungarischen Puszta hat wohl jeder Hitzeflimmern vor Augen. Aber auch im Moseltal, Oberrheintal und Elsass werden locker mal 40 Grad erreicht. Hier ist eine gute Vorbereitung der Radler gefordert, von Kopfbedeckung über Sonnenschutz bis Wassermanagement.
